Filmkritik: Hard Powder (Kinostart: 28.02.19)

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Gesehen: 2D, deutsch, synchronisiert, Kino

Das Remake des Films „Einer nach dem Anderen“, beziehungsweise ursprünglich „Kraftidioten“, von 2014 kam marketingtechnisch eher unspektakulär zum Vorschein. Obwohl Liam Neeson sich in den vergangenen Jahren stark dem Action-Genre verschrieben hat und durch 96 Hours zu neuer Berühmtheit gelangte, sind sowohl Widows als auch nun Hard Powder nicht ins Blickfeld großer Marketingkampagnen geraten.

Nels Coxman ist ein eher langweiliger Mensch, mit einem sehr einsamen und wohl auch nicht so anspruchsvollen Beruf sowie einer kleinen Familie in einem Skiort, weit ab der großen Zivilisation. Sein Job ist es die Wege und Straßen vom Schnee zu befreien, was in einem Skiort gar nicht so unwichtig ist. Aus diesem Grund erhält er auch die Auszeichnung zum Bürger des Jahres. Doch sein Leben soll nicht immer so ruhig bleiben. Nachdem sein Sohn aus heiterem Himmel ermordet wurde, schwört sich Coxman Rache und deckt das mafiöse Gebaren der regionalen Drogenhändler Stück für Stück auf. Nach und nach muss ein Gangster nach dem Anderen mit seinem Leben bezahlen.

Wieder einmal zeigt sich, dass es gut ist nicht mit sehr hohen Erwartungen in einen Film zu gehen, denn dann kann man um so mehr positiv überrascht werden. So auch hier. Gedreht in Episodenform, wird der Tod unzähliger Darsteller zum wesentlichen Stilmittel des Films. Positiv zu bewerten ist dabei, dass nicht jeder Tod im Detail gezeigt wird, denn dann wäre es einfach nur ein lahmer Film voller Gemetzel. Schon die Einblendung, dass jemand aus der vergangenen Szene nun Tod ist, hat vollkommen gereicht und die Fantasie wunderbar schweifen lassen.
Nicht ganz so gut möchte ich bewerten, dass jegliche Gefühlsregungen sowohl bei den Schauspielern, als auch den Zuschauer völlig ausbleiben, sowie einige deutlichen Logiklücken den Beginn des Films prägen.
Die ruhige, etwas gemächlichere Erzählweise führt dazu, dass sich im Film einige Längen bilden. Dennoch kann ich nicht behaupten, dass ich je gelangweilt in meinem Kinosessel hockte.
Bildgewaltig kam diese Produktion auf jeden Fall daher. Die tollen Berglandschaften sind absolut sehenswert, ich empfehle jedoch eine Skibrille mit ins Kino zu nehmen, denn die Schneebilder sind doch enorm hell und grell, insbesondere wenn zuvor ein paar recht dunkle Szenen gezeigt wurden.
Schließlich und zu guter Letzt: Absolut begeistert war ich vom Abspann, denn typisch ist, dass die Schauspieler in der Reihenfolge ihres Auftretens aufgelistet werden. Passend zum Film, haben sich die Produzenten nun gedacht, in der Reihenfolge, in der die Figuren gestorben sind auch die Schauspieler aufzulisten. Super witzige Idee!

Insgesamt ein ganz ordentlicher Film, den man sich mal angucken kann, aber auch nicht übermäßig traurig sein muss, wenn man ihn verpasst.

Humor: 6/10Action: 7/10Erotik: 0/10Niveau: 4/10
Gefühl: 1/10Musik: 2/10Spannung: 4/10Gewalt: 6/10

Gesamtbewertung: 6/10

Viel Spaß im Kino!



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