Event-Review: SPOIL DOCH!

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Gesehen am 13.09.19 im Cinestar Kino in der Kulturbrauerei in Berlin.

Kino, Comedy, Late-Night-Show, Live-Musik, Youtubestar, Filmkritiker, Cineast und Livemoderator! Nein Luke Mockridge hat noch nicht seinen eigenen Kinofilm bekommen, auch wenn die Befürchtungen weiter bestehen bleiben.
Ein ganz anderer Youtube-Gigant ist auf dem Vormarsch die Herzen vieler Menschen zu erobern und zur neuen Größe am deutschen Comedyhimmel zu werden. Doch nicht nur dort liegen seine Talente, denn er ist ein absoluter Allrounder. Wie schon anfänglich erkenntlich hat er nun eine Bühnenshow inszeniert, die all diese Talente versucht zu vereinen. Die Rede ist vom einzig wahren Dominik Porschen.
Insbesondere viele die nicht so viel mit Film zu tun haben, werden nun sicher fragen: Dominik wer?

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  • Dominik Porschen Spoil Doch! Review
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Herr Porschen ist ein Kölsche Jung, der mit seinen 32 Jahren bereits auf den ganz großen Bühnen zu sehen war und viele große Stars und Sternchen vor der Kamera hatte. Seit sechs Jahren interviewt er schon Hollywoodstars. Von Christiane Bale über Chris Pratt bis hin zu Jennifer Lawrence (wenn auch nach eigenen Aussagen eher zu seinem Leidwesen) hatte er schon alle wichtigen Persönlichkeiten aus Film und Fernsehen am Mikrofon für ein Interview. Seit vier Jahren führt er zudem seinen sehr erfolgreichen Youtube-Kanal „Filmlounge“, auf dem er regelmäßig die neusten Infos und Filmkritiken aus den aktuellen Veröffentlichungen online stellt und den gut 120.000 Abonnenten Tipps für den nächsten Kinobesuch zukommen lässt.

Eine Passion wird Wirklichkeit. Kino scheint der zentrale Lebensmittelpunkt dieses Mannes zu sein, denn angefangen hat alles mit einem Servicejob im Kino. Von da aus ging es später dann in die Projektion, um dann von der Arbeit im Kino in die Arbeit für das Kino zu wechseln, wo er sich bis heute festgesetzt hat. Nun ist ein Herzensprojekt für ihn in Erfüllung gegangen, denn mit viel Arbeit und Mühe konnte er sich den Traum einer eigenen Show verwirklichen. In insgesamt sechs Shows, aufgeteilt auf die Städte Düsseldorf, Dortmund, Frankfurt am Main, Augsburg, Bielefeld und Berlin, präsentierte der Youtuber sein Live-Projekt in den örtlichen Cinestar-Häusern.
Durchaus ein ungewöhnlicher Ort für ein solches Bühnenprogramm, doch dahinter steckt viel mehr als nur die passende Kulisse zum Inhalt der Show. Dahinter steckt auch der Wunsch, dass Kino wieder gesellschaftsfähig zu machen. Kaum jemand könnte mehr Leidenschaft für die Kinobranche ausstrahlen als dieser Mann und daher ist auch vollkommen verständlich, dass die stetig sinkenden Besucherzahlen in den deutschen Kinos ihm persönlich scheinbar schwer zu schaffen machen.
Dieses Abendprogramm hat nicht nur viele Menschen wieder in die Kinos entführt, sondern wohl auch die ein oder andere Filmleidenschaft in den Herzen der Besucher wieder entfacht und somit sein Ziel vermutlich nicht verfehlt.

Viele Fragen sich jedoch, was in einer zweistündigen Show im Kino über das Kino eigentlich erzählt werden soll, oder was sonst noch alles in dem Programm stattfindet, ob dies wirklich abendfüllend unterhaltend sein kann und ob es sich tatsächlich lohnt rund 25 Euro auf den Tisch zu legen für einen (noch) recht unbekannten deutschen Promi.
Die Antwort ist schlicht und einfach: Ja, es lohnt sich für alle Kinofans!
Noch vor Beginn der Show wird der Zuschauer auf das Programm durch eine 15 Minütige Gesangseinlage der Miniband „Die Spoilers“ auf den Abend eingestimmt. Bestehend aus Max Schuller, Pivo Deinert und der Sängerin Laurita Spinelli, werden wunderbare Filmsongs in fantastischer Interpretationsweise präsentiert und gleichzeitig visuell mit Spoilern aus den größten Filmen der Geschichte hinterlegt, die wechselnd an die Leinwand projiziert werden. Schon hier stellt sich raus, wer tatsächlich Filmfan ist, denn nicht nur „Darth Vader ist Luke Skywalkers Vater“ findet hier seinen Platz, sondern auch Sätze wie „Auch Iron Man schnippt mit dem Finger“ lassen das Gelächter erstmalig ein wenig entfachen.
Nach Beendigung dieser kurzen Musikeinlage geht das Bühnenprogramm dann endlich so richtig los. Herr Porschen eröffnet den Abend ganz im Stile eines gemütlichen Kinoabends: Mit einer Eispause gefolgt von einer kurzen Vorstellung seiner Person und der humoristischen Zusammenfassung seines Berufslebens, insbesondere seiner Zeit, als er selbst im Kino tätig war und die Eispausen durchgeführt hat. Scheinbar uninteressant für den Laien, schafft er es trotzdem die Faszination hinter diesem Job auf die Zuschauer zu übertragen und holt sich stets die erhofften Lacher ab. Insbesondere Besucher, die selbst schon in dem Job tätig waren, können dabei in Erinnerungen schwelgen und die Faszination noch einmal rekapitulieren.

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Daraufhin wird geschickt übergeleitet zu den vier wesentlichen Regeln des Kinos, und seiner Show. Porschen schafft es dabei, dass sich jeder der Zuschauer in seine eigenen Kinobesuche zurückversetzt und sich an die Leute erinnert, die eben jene Regeln missachtet haben. Wie ein alter Hase präsentiert der Youtuber seine Gags absolut gelassen, reagiert hervorragend auf Zuschauerzurufe und schafft es bildhafte Gleichnisse zu erzeugen, die absolut keine visuellen Requisiten benötigen. „Ist das Popcorn durchnummeriert? Ich brauche die 25“… und wühlt in einer imaginären Popcorntüte herum.

Daraufhin wird geschickt übergeleitet zu den vier wesentlichen Regeln des Kinos, und seiner Show. Porschen schafft es dabei, dass sich jeder der Zuschauer in seine eigenen Kinobesuche zurückversetzt und sich an die Leute erinnert, die eben jene Regeln missachtet haben. Wie ein alter Hase präsentiert der Youtuber seine Gags absolut gelassen, reagiert hervorragend auf Zuschauerzurufe und schafft es bildhafte Gleichnisse zu erzeugen, die absolut keine visuellen Requisiten benötigen. „Ist das Popcorn durchnummeriert? Ich brauche die 25“… und wühlt in einer imaginären Popcorntüte herum.
Nachdem diese „Einführungsphase“ beendet ist kommt die Show langsam zu einem Höhepunkt. Erst wird noch ein wenig über die Arbeit als Filmkritiker erzählt sowie der ein oder andere Spoiler zu einem Film gebracht, bis dann endlich der Special Guest, Daniel Schröckert (Filmexperte und Moderator bei Rocket Beans), auf die Bühne gerufen wird. Gemeinsam sinnen sie über persönliche Lieblingsfilme und versuchen mit einem charmanten Gefühl die eigenen Emotionen, welche durch die entsprechenden Filme ausgelöst wurden, an die Gäste zu übertragen. Mit Erfolg.

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Abschließend für die erste Hälfte des Programms singt Porschen zusammen mit der Band noch das Lied Shallow aus dem Film „A Star is Born“. Während hier die Erwartungen auf eine recht unspektakuläre Vorstellungen vorherrschen, wird der Zuschauer in kürzester Zeit eines besseren belehrt, denn vor allem Sängerin Laurita zeigt ihr ganzes Können und singt eine herausragende Interpretation des wirklich schweren Songs, bei dem viele Interpreten ihre Schwierigkeiten bekommen würden. Porschens Stimmumfang ist natürlich nicht mit den satten Tönen eines Bradley Coopers aus dem Original-Song vergleichbar und steht deutlich im Schatten seiner Gesangskollegin, zeigt aber auch das vielseitige Talent seiner Person.

Es folgt eine 20-Minütige Pause.

Nach der Pause vergeht der zweite Teil gefühlt deutlich schneller. Immer wieder wird die Leinwand in das Programm eingebunden. Die zweite Hälfte beginnt mit einem Einblick in das Leben als Filmjournalist, in dem er schon so einige große Stars kennen lernen und interviewen durfte. Geschickt werden Themen aus dem ersten Programmpart eingebunden und zu neuen sarkastischen und ironischen Scherzen verflochten.
Die letzten beiden großen Programmpunkte sind die Erörterung, wie es dazu kam, dass alte Gesellschaftsspiele es in modernen Interpretationen auf die Leinwand geschafft haben sowie die Vorstellung der persönlichen besten vier Filme verknüpft mit seiner eigenen Sichtweise, seiner eigenen Geschichte, warum diese sein Leben so geprägt und vielleicht sogar verändert haben. Dabei wird die Show sogar recht emotional. Spätestens als er seine Story über den Film „Love, Simon“ berichtet, rollen auch bei mir die Tränen, denn ich selbst war im vergangenen Jahr bei der Präsentation des Films durch ihn dabei und habe die erzählte Geschichte zumindest ansatzweise miterlebt.
Zu guter Letzt folgt noch einmal eine Gesangseinlage des Moderators gefolgt von einer kurzen „Zugabe“ die eigentlich eher eine Art Danksagung darstellt und mit voller Kraft dazu aufruft Netflix und co. nicht mehr so sehr zu konsumieren und einfach mal wieder ins Kino zu gehen.


Insgesamt bot sich hier also ein wirklich unterhaltendes und abwechslungsreiches Programm, verfeinert mit einer persönlichen Liebeserklärung ans Kino. Dabei wurde abwechslungsreich durch den Abend geführt, mit sowohl ruhigen als auch treibenden Momenten. Es gibt wirklich viel Möglichkeiten zu lachen und zu genießen, wobei dazu gesagt werden muss, dass die Show nicht für Jedermann ist, sondern einzig und allein für Filmliebhaber. Denn wer sich nicht mit Filmen auskennt, wird Schwierigkeiten bekommen die Gags zu verstehen und der Show zu folgen. Interessierte jedoch kommen voll auf ihre Kosten und die investierten Euros für einen amüsant ausklingenden Freitagabend lohnen sich absolut.
Eine tolle Hommage an das Kino und hoffentlich nicht der letzte Aufruf diese aussterbende Branche wiederzubeleben.

Leider fand am 13.09. die vorerst letzte Show seiner Tour statt. Gespannt bleibt also abzuwarten, ob er noch einmal eine Tour startet, ob ein neues Programm entwickelt wird oder wo die Reise für den nicht mehr ganz so neuen „Newcomer“ nun hingehen wird.

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