Filmkritik: Wer 4 sind (Kinostart: 15.09.19)

0

Wie hat Dir der Film gefallen?
Filmkritik: Wer 4 sind (Kinostart: 15.09.19): 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 1,00 von 5 Punkten, basieren auf 1 abgegebenen Stimmen.

Loading...

Gesehen: 2D, deutsch, Kino

Hinter diesem etwas eigenartig, grammatikalisch falschen, Titel versteckt sich eine doppeldeutige Anspielung auf die Frage „Wer wir sind“ und die Band-Vorstellung der Fantastischen Vier, die aus genau vier Bandmitgliedern besteht. Diese sprachliche Spielerei ist auf der einen Seite eine ganz nette Titelidee, auf der anderen jedoch eine moderne Ungeheuerlichkeit angesichts der heutigen Verschandelung der deutschen Sprache. Dazu kommt, dass wohl kaum jemand sich den korrekten Titel wird merken können.
Die Fantastischen Vier sind eine deutsche Hip-Hop-Gruppe aus Stuttgart, die seit nunmehr 30 Jahren auf dem Musikmarkt bestehen und zu den erfolgreichsten Gruppen des Genres zählen, zumindest laut eigenen Aussagen der Bandmitglieder.
Vermutlich kennt sie mittlerweile jeder durch Songs wie „Die da!?!“ oder „MfG – Mit freundlichen Grüßen“ und zuletzt „Zusammen“, welches mit Clueso aufgenommen wurde. Insbesondere die ersten beiden genannten Titel haben schon so eine Art Kultstatus im deutschsprachigen Raum erlangt. Auch mit „The Voice“ haben die „Fanta 4“ wieder viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen!
Die Band besteht aus den vier Musikern Michi Beck (Michael Beck), Tomas D (Thomas Dürr), And Ypsilon (Andreas Rieke) und Smudo (Michael Bernd Schmidt) und tritt immer wieder mit einer Live-Band auf.
Anlässlich des 30-jährigen Bandjubiläums, entstand nun diese Dokumentation, die die vergangenen Jahre noch einmal in Erinnerung rufen und die grandiosen Songs ehren soll. Dabei ist der Film aufgeteilt in vier wesentliche Parts, die alle einzeln jeden der Musiker vorstellen sollen. Gespickt mit vielen Interview der Band und ihren Kollegen sowie Originalaufnahmen der damaligen Konzerte wird der Zuschauer, in etwas mehr als 100 Minuten, in die Welt des Hip-Hop entführt.

Dies geschieht recht schnell und abrupt, denn gleich mit Beginn des Films steckt man schon mittendrin und ohne viel Umschweife wird in der musikalische Geschichte der Gruppe gestöbert. Doch nach nur wenigen Minuten ist klar: Hierbei handelt es sich weniger um eine Dokumentation über die Band, als ein Werbevideo zum neuen Album und neuem Song mit Clueso. Über die gesamte Spieldauer kommen die Vier fast ausschließlich auf den neuen Song und dessen Produktion zu sprechen. Es werden zwar auch andere Stars der Szene interviewt, wie Sammy Deluxe, doch die Monologbeiträge sind vollkommen belanglos und uninteressant, da sie kaum Inhalt preisgeben. Gefühlt 95 Prozent aller Interview-Szenen sind dominiert von mindestens einem der Bandmitglieder, was den Film recht langweilig gestaltet.
Die angedeutete Gliederung des Films in die vier Abschnitte der vier Musiker funktioniert gar nicht und kommt nicht zum Tragen, da zu jedem Zeitpunkt fast alle Personen im Bild zu sehen sind und kaum identifizierbar wird, wer eigentlich wer ist und von wem momentan gerade die Rede ist.
Im Prinzip handelt es sich um eine fast zweistündige Lobpreisung der Band, die mehr aus den eigenen Reihen zukommen scheint, als von der breiten Publikumsmasse. Alte Songs werden zwar en masse angespielt, kommen aber kaum zur Geltung.
Von Anfang bis Ende wirkt der Film recht amateurhaft zusammengestückelt und als hätte es nie einen roten Faden gegeben, was eigentlich erzählt werden solle.
Es handelt sich für mich hierbei um eine der schlechtesten Dokumentationen, die ich je gesehen habe, da dies kein Werk über die, sondern eher von den Fantas ist. Ich fühle mich nach dem Ganzen kein bisschen informiert und weiß eigentlich genauso viel wie vorher über diese Künstler, womit der eigentliche Zweck also völlig verfehlt wurde.
So sehr uns auch die ganze Zeit erzählt wurde, wie uneigensinnig die Band doch auftritt, wirkt der gesamte Film doch sehr wie ein „Oh, die Leute hören uns nicht mehr so und unser Album verkauft sich nicht mehr so gut, wir müssen da unbedingt was machen um uns wieder in die Medien zu bringen“-Film.

Humor: 2/10Action: 0/10Erotik: 0/10
Niveau: 3/10Gefühl: 0/10Musik: 7/10
Spannung: 0/10Gewalt: 0/10Idee: 1/10

Gesamtbewertung: 1/10

Viel Spaß im Kino!

Leave A Reply

Your email address will not be published.

2 × 5 =