Filmkritik: Crawl (Kinostart: 22.08.19)

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Gesehen: 2D, deutsch, synchronisiert, Kino

Alexandre Aja ist in der Filmwelt eher einer der unbekannteren Regisseure. Es gibt jedoch eine Sparte, in der jeder ihn kennt: Der Horror-Film.
Bereits mehrfach hat er seiner obskuren Fantasie freien Lauf gelassen und die Menschen in Angst und Schrecken versetzt mit seinen Horrorschockern. Seine wohl bekanntesten Produktionen sind „The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen“ und „Mirrors“, die beide eine völlig neue Ebene des Psychohorrors erlangten. Auch mit „Piranha 3D“ trat er wieder ins Rampenlicht, doch konnte er mit Daniel Radcliffe in „Horns“ nicht so ganz überzeugen. Nun wendet er sich Stückweise vom Psychohorror ab und dem Katastrophen-Horror zu. Ob das die richtige Entscheidung ist?
Mit Kaya Scodelario und Barry Robert Pepper sicherte sich Aja für seinen neusten Kniff ein recht gutes Duo für die Hauptrollen. Mrs. Scodelario ist zwar noch jung, hat aber schon einige namenhafte Werke in ihrer recht kurzen Vita zu verzeichnen, wie zum Beispiel die „Maze Runner“-Trilogie. Mr. Pepper hingegen ist seit den 90er Jahren im Filmgeschäft, hat unzählige hochkarätige Preise abgeräumt und in epischen Produktionen der Filmgeschichte mitgewirkt, wie „Der Soldat James Ryan“, „Der Staatsfeind Nr. 1“, „The Green Mile“ oder auch zuletzt in den „Maze Runner“-Filmen. Somit sind die beiden Protagonisten sich schon vor diesem Katastrophenfilm vertraut gewesen.

Abgeleitet aus dem englischen heißt Crawl so viel wie kriechen, was in diesem Film nur bedingt eine Rolle spiet, da es eher „Swim“ für schwimmen heißen sollte.
Während in Florida die Hurrikan-Saison gerade auf Hochtouren läuft, kündigt sich ein solcher der Kategorie 5 an. Es besteht höchste Lebensgefahr, weshalb schnellstens Evakuierungen eingeleitet werden. Mittendrin erfährt Haley Keller (Kaya Scodelario), dass ihre Schwester sich Sorgen um den gemeinsamen Vater macht, da niemand ihn erreichen könne. Nach einigem Hin und Her beschließt sie sich auf den Weg mitten ins Gefahrengebiet zu machen und nach ihrem Vater, mit dem sie  einige Differenzen hatte, zu schauen. Die Suche scheint anfangs erfolglos, doch irgendwann entdeckt sie ihn verletzt im Keller liegend. Unsicher woher die Verletzung stammt, versucht sie sich an einem Rettungsversuch, der unterbrochen wird, als sie selbst Opfer eines Alligator-Angriffs wird und sich in Sicherheit bringen muss. Werden die Beiden dieses Unwetter überleben?

Ohne viel Vorgeplänkel kommen die Autoren recht schnell zum Punkt der Story, die in sich, wie üblich bei einem Horror/Katastrophenfilm, sehr einfach gestickt ist. Doch ein guter Horror benötigt auch nicht unbedingt eine umfassende Story, eher gut gesetzte und Aussagestarke Effekte. Und genau diese erhält man zumeist.
Es ist schwer den Film an sich zu bewerten, denn in der Gesamtheit aller Produktionen handelt es sich um ein ziemlich schlechtes Werk, welches mit vielen Logik- und Handlungsfehlern aufwartet und gerade einmal zwei richtige Darsteller enthält, die den Film tragen. Doch im Anblick des Trash-Horrors hat die Produktion sogar einiges zu bieten.
Es gibt zwei recht gut getimte Schreckmomente, wovon der eine absehbar ist und doch irgendwie unerwartet kommt. Selbst mich haben sie etwas zusammenzucken lassen.
Ansonsten gibt es so einige Momente, wo man nur lachen konnte beziehungsweise die absolut Klischeehaft im Horrortrash-Stil gedreht sind. Immer wieder gibt es kuriose Zufälle, die auf der einen Seite die ganze Situation ganz glücklich entschärft und auf der anderen die Dramatik weiter steigen lässt. Vor allem hinsichtlich der Verletzungen waren die Produzenten sehr gnädig und haben die Darsteller immer wieder eine Wunderheilung zukommen lassen. So ist der Vater anfangs fast schon Tod, während er später einen Arm abgebissen bekommt und gerade mal ein wenig das Gesicht vor Schmerz verzerrt.
Die beiden Schauspieler haben ihre Arbeit recht gut gemacht, wobei Kaya Scodelario die deutlich stärkere und schwerere Rolle hatte und das Beste aus dieser rausgeholt hat.
Zeitweise hätte man auch denken können, dass man sich in einem Action-Spiel befindet. So wird zum Schluss die Handlung sehr schnell beendet, ganz im Stile von „Herzlichen Glückwunsch, sie haben das Level beendet und alle Monster getötet. Hier kommt ihre Rettung und auf geht’s in das nächste Level.“
Wer sich also einen guten Trashfilm nicht entgehen lassen will, sollte gleich das nächste Kino aufsuchen. Niemand darf jedoch bei diesem Film eine hohe Erwartung einer anspruchsvollen, tiefgreifenden Story haben!

Humor: 2/10Action: 7/10Erotik: 1/10
Niveau: 1/10Gefühl: 2/10Musik: 5/10
Spannung: 4/10Gewalt: 8/10Idee: 6/10

Gesamtbewertung: 4/10          Genrebewertung. 8/10

Viel Spaß im Kino!

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