Filmkritik: Everest – Ein Yeti will hoch hinaus (Kinostart: 26.09.19)

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Filmkritik: Everest – Ein Yeti will hoch hinaus (Kinostart: 26.09.19): 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 1,00 von 5 Punkten, basieren auf 1 abgegebenen Stimmen.

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Originaltitel: Abominable
Gesehen: 2D, synchronisiert, deutsch, Kino

Die asiatischen Pearl Studios sind ein Subunternehmen der DreamWorks Studios, mit dem Ziel den asiatischen Markt stärker in die Filmlandschaft einzubeziehen und lokale Produktionen zu drehen. Bisher gelang dies eher weniger, auch wenn mit KUNG FU PANDA 3 bereits erste Erfolge ersichtlich waren. Mit dem Animationsabenteuer EVEREST – EIN YETI WILL HOCH HINAUS, wird nun ein neuer Versuch gestartet. Die Handlungsorte des Films sind im Bereich China angesiedelt und verlagern sich spezieller noch zum Mount Everest (was für eine Überraschung, bei dem Titel 😉) Die digital erstellten Figuren haben einen leichten orientalischen Touch in Bezug zu ihrem Aussehen und ihren Handlungen erhalten, sind jedoch für die größere Kommerzialisierung des Werks in den Gesichtszügen auch sehr europäisch angehaucht. Hinzu kommt, dass ausnahmslos alle Figuren synchronisiert wurden von amerikanischen und englischen Personen und somit die Standortverlagerung des Produktionsstudios eigentlich keine Relevanz mehr zeigt. Unter anderem haben den Figuren die amerikanischen Schauspieler Chloe Bennet und Albert Tsai ihre Stimme geliehen.

Erste Trailer ließen ein recht unterhaltsames Jugendabenteuer für die ganze Familie erwarten. Vor allem ins Auge, oder eher in die Ohren, sprang dabei die akustische Untermalung, die wirklich vielversprechend wirkte und einen musikalisch hochklassigen und visuell bezaubernden Film versprechen ließ. Leider war die Enttäuschung groß. Dabei war nicht mal das große Problem die Unförmlichkeit und Verzerrung der Realität durch merkwürdig surreale Formen, wie seltsam gestalte Körperproportionen und utopische Fahrzeuge.
Diese Darstellungen können durchaus in der Fantasie begründet und sogar als recht einfallsreich bezeichnet werden. In der Annahme, dies als Standarddesign zu bewerten, welches vom Produzenten erwünscht war, bleibt jedoch immer noch fraglich, warum die Figuren so stark europäisiert wurden und nicht wie Chinesen aussehen.
Vielmehr war das Problem, um zum ursprünglichen Gedanken zurück zu kehren, dass der Inhalt viel zu emotionslos und albern aufgearbeitet wurde. Zwar existiert zu Beginn noch ein angenehmes Maß an netter Ironie, die im weiteren Verlauf jedoch in unsinnigen Effekt- und Momenthumor umschlägt, der überhaupt nicht mehr gut ankommt.
Zu jedem Zeitpunkt spürt man regelrecht, dass die Grundidee wirklich großartig ist und viel Potential aufweist, nur wurde dies nie ausgekostet und ausgenutzt. Berühmt, berüchtigt passt hier: „Das sieht aus wie gewollt und nicht gekonnt.“
Immer wieder entführen traumhafte Bilder den Zuschauer in eine magische Welt, die jedoch sofort wieder eingerissen wird durch Stimmungsänderungen, ungenügender Musik oder flachen Witzen. Der Tiefgang der Story, auch wenn es nur eine nervige Moralklatsche gewesen wäre, fehlte an allen Ecken. Dadurch entstanden recht langweilige Passagen und oberflächliche Figurenentwicklungen. Die Story selbst ist dabei noch ganz okay, auch wenn es wieder Mal eine typische „0815-Story“ ist:
Die Protagonistin Yi (gesprochen von Chloe Bennet), lernt durch Zufall einen, aus dem Labor entflohenen, Yeti kennen. Während der Laborleiter alles versucht das Monstrum wieder einzufangen und damit viel Geld und Ruhm zu ernten, versucht Yi dem Wesen zu helfen und es in die Heimat, dem Himalaya zurück zu führen. Unterstützt wird sie dabei von ihren Freunden Jin (gesprochen von Tenzing Norgay Trainor) und Peng (gesprochen von Albert Tsai), die auf der Reise quer durch China auch sich selbst neu kennen lernen.

Everest – Ein Yeti will hoch hinaus Trailer

Etwas mystisch bei dieser Figurenkonstellation ist nicht nur die schwache und oberflächliche Charakterisierung dieser, sondern vor allem die extreme Verzerrung des Alters der beiden Protagonisten Yi und Jin. Scheinbar sind dies noch Teenager, die auch noch bei ihren Eltern leben und dennoch werden im Verlauf der Geschichte ihnen mehrfach Erwachsenen-Eigenschaften zugewiesen, die sie nicht nur durch frühzeitige charakterliche Entwicklung erlangen können.
Ein weiterer wesentlicher, und schon leicht angedeuteter Aspekt, ist die recht schwache musikalische Ausschmückung. Da die Protagonistin einen engen Bezug zum Violinen-Spiel besitzt, sind die Erwartungen auf ein paar wirklich stimmungsgebende Stücke groß, werden jedoch nicht einmal im Ansatz erfüllt. Stattdessen wurden als Leittitel zum Beispiel FIX YOU von Coldplay eingespielt, die zwar einen gewissen Charme ausstrahlen, jedoch nicht den gewünschten Effekt erzielen.

Letztendlich konnten die Macher sich einfach nicht entscheiden, ob sie ein reales Abenteuer mit etwas magischem erzählen wollten, oder ein magisches Abenteuer mit einem Schuss von Realität. Durch den nun entstandenen Zusammenwurf haben sie auf ganzer Strecke versagt und beide Varianten nicht ausreichend gut umgesetzt. Da meine Erwartungen deutlich verfehlt wurden, ist die Enttäuschung nun groß! Die folgenden vergebenen Punkte resultieren einzig und allein aus den teilweise guten Bildern.

Humor: 2/10Action: 0/10Erotik: 0/10
Niveau: 1/10Gefühl: 3/10Musik: 3/10
Spannung: 0/10Gewalt: 0/10Idee: 5/10

Gesamtbewertung: 2/10

Viel Spaß im Kino!

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