Filmkritik: Rebellinnen – Leg‘ dich nicht mit ihnen an (Kinostart: 11.07.19)

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Originaltitel: Rebelles
Gesehen: 2D, OmU, französisch, Kino

Und wieder traut sich ein Debütant an die Filmproduktion und schafft damit auch gleich den Sprung in die großen Kinos. Der 1969 geborene Allan Menduit hatte erstmals nähere Berührungen mit der Filmproduktion und dem Autorendasein im Alter von 34 und inszenierte lange Zeit mehrere Serien und Kurzfilme. „Patiente 69“ schaffte es sogar auf 40 Festivals gezeigt und 16-fach ausgezeichnet zu werden. Bei „Vilaine“ und „16 Kaboul Kitchen“ trat er dann auch schon als Co-Regisseur etwas näher ans Rampenlicht und schaffte mit „Rebellinnen“ nun den Sprung in die erste Reihe der Filmproduktion.
Zusammen mit den drei recht unterschiedlich erfahrenen Schauspielerinnen Cécile de France, Audrey Lamy und Yolande Moreau wagte er sich an sein erstes Projekt heran, welches seinen Ursprung in der Frage hatte, wie viele Thunfischdosen man wohl bräuchte um eine Leiche darin zu verstecken.
Cécile de France gehört mit zu den begehrtesten Schauspielerinnen die Frankreich zu bieten hat. Mit Stars wie Jean Dujardin, Gérard Depardieu, Patrick Bruel und Vincent Cassell durfte sie bereits zusammen vor die Kamera treten und unter den Augen von Danièle Thompson, Clint Eastwood und Jean-Pierre und Luc Dardenne ihre Schauspielkunst entfalten.
Die beiden Anderen haben noch nicht ganz so einen erfolgreichen Karriereweg hinter sich, haben sich jedoch ebenfalls im französischen Film eine hervorragende Lage für die ganz großen internationalen Produktionen geschaffen.

Hunde zeugen keine Katzen!

Nachdem die Schönheitskönigin Sandra (Cécile de France) in die Heimat zu ihrer Mutter zurückkehrte, findet sie recht schnell einen Job in einem recht bodenständigen Arbeitsbereich. Zusammen mit ihren neu gewonnenen, recht unterschiedlichen Freundinnen, arbeitet sie in der lokalen Fisch-Konservenfabrik und verpackt die toten Wassertiere in kontinuierlicher Fließbandarbeit. Ein weiterer Aufgabenteil ist jedoch auch die Reinigung der Maschinen nach getaner Arbeit. Als die drei eines Tages, kurz nachdem Sandra in die tägliche Routine eingewiesen wurde, den Auftrag bekommen in der Spätschicht die Reinigung zu übernehmen, kommt es zu einem unvorhergesehenen Zwischenfall. Sandras Boss Jean-Mi (Patrick Ridremont) versucht sich an der verängstigten Frau sexuell zu vergreifen, holt seinen Penis raus und macht sich bereit die wehrlose Jugendliebe zu vergewaltigen. Doch als sie sich wehrt, passiert ein rettendes Missgeschick. Die scharfkantige Spind-Tür in der Umkleide trennt ihm sehr präzise sein bestes Stück ab und lässt ihn in sich zusammen gekauert und wimmernd zu Boden gehen.
Von diesem Lärm werden auch die beiden Kolleginnen auf den Vorfall aufmerksam. Nachdem sie auch noch eine riesige Tasche voller Geld vorfinden, müssen sie gemeinsam eine Lösung des Problems finden und diese liegt direkt vor ihren Augen“ Gemeinsam schmeißen sie die Konservenmaschine wieder an und entsorgen ihren Widersacher auf das Gründlichste. Von da an beginnt das Versteckspiel, denn nicht nur die Polizei ermittelt bezüglich des verschiedenen Chefs, sondern auch der örtliche Kleinganove und die belgische Mafia sind hinter den drei Frauen hinterher Wie sollen sie da nur wieder raus kommen?

Eröffnend mit einem extrem schwarzem und eher grenzwertigen Humor schreckt der Film ein wenig ab und macht die Zuschauer neugierig zugleich. Grundlegend ist die Geschichte eine ganz gute Idee, die mangels Erfahrung des Regisseurs einfach noch nicht so ganz ausgereift präsentiert ist. Mit etwas Übung ist jedoch das Potential absolut vorhanden und erkennbar und es bleibt spannend, wie sich die weiteren Filme unter seiner Fuchtel entwickeln werden.
Die Zusammenstellung der Figuren ist recht erfolgreich geglückt, denn nicht nur in der Realität verkörpern sie drei recht unterschiedliche Persönlichkeiten, sondern eben auch auf der Leinwand und besonders Yolande Moreau hat einen bleibenden und recht speziellen Eindruck hinterlassen.
Eine FSK-Festlegung dürfte recht schwierig sein, denn an sich handelt es sich um einen ziemlich ruhigen Film, der sogar zum Teil recht langweilig erzählt ist, doch immer wieder gibt es gewalttätige Szene, die nicht unbedingt für das jugendliche Auge geeignet sind. Letztlich hat die Produktion keine Jugendfreigabe bekommen, was auch durchaus gerechtfertigt scheint.
Das gesprochene Wort steht hier absolut im Vordergrund. Bildtechnisch erwartet den Zuschauer absolut nichts besonderes und jegliche Story wird nur sprachlich vorangetrieben.
Dabei kommt auch eine weitere Frage auf, denn es wird nicht so ganz klar, welche Zielgruppe dieser Film ansprechen soll. Mangels Kontinuität im Sprachwitz und fehlender dauerhafter Action ist nicht so ganz erkennbar, welche Menschengruppen diesen Film schauen sollen. Diese Frage hat sich jedoch der Regisseur gewidmet und hat das Werk vor allem für die gemeine Arbeiterklasse gedreht.

Insgesamt bleibt zu sagen, dass es sich um eine recht passable Produktion handelt mit einer ganz guten Story und vortrefflichen Schauspielerinnen und dennoch bleibt noch sehr viel Luft nach oben, um auch das Interesse der breiten Publikumsmasse zu wecken. Anschauen kann man sich ihn mal, verpasst jedoch auch nichts großes, wenn man ihn nicht sieht.

Humor: 3/10Action: 4/10Erotik: 1/10
Niveau: 4/10Gefühl: 1/10Musik: 3/10
Spannung: 2/10Gewalt: 6/10Idee: 5/10

Gesamtbewertung: 5/10

Viel Spaß im Kino!

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