Filmkritik: Stuber – 5 Sterne Undercover

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Originaltitel: Stuber
Gesehen: 2D, OV, englisch, Kino

Und wieder hat das 20th Century Fox Studio einen Film geschaffen, den die Welt nicht braucht. Doch ist dies leider nicht der erste Fehlgriff in diesem Jahr. Nach dem das Studio von Disney aufgekauft wurde, nimmt die Qualität der Produktionen mehr und mehr ab wie zu sehen in „Once Upon a Deadpool“, „Breakthrough“ und zuletzt „X-Men: Dark Phoenix“. Auch von kommenden Filmen wie „Ford vs. Ferrari“, „The New Mutants“ und die dritte Auflage der „King’s Man“-Filme hört man derzeit nicht viel Gutes. Doch lassen wir uns überraschen.
Mit Michael Dowse hat ein Regisseur den Film in die Hand genommen, der selbst noch keinen wirklich großen Durchbruch erzielen konnte. Mit „Fubar“ produzierte er seinen ersten Langfilm. Einzig mit „It’s All Gone Pete Tong“ im Jahr 2004 konnte er ein wenig auf sich aufmerksam machen.
Deutlich bekannter sind da seine beiden Hauptdarsteller. Dave Bautista hat sich einen Namen als Wrestler gemacht und vor allem in den letzten 10 Jahren auch einen steilen Karriereweg in Richtung Filmstar eingeschlagen. Mit einem ersten Auftritt in der recht populären Serie „Smallville“ begann seine Zeit in Film und Fernsehen und steigerte sich mit Filmen wie „The Man with the Iron Fists“, „Riddick“, „James Bond 007: Spectre“ sowie dem Beitritt ins Marvel-Universum als Teil der Guardians of the Galaxy und dementsprechenden Auftritten in den Avenger-Filmen. Zumeist als Nebendarsteller hat er nun die absolute Hauptrolle in diesem Film übernommen und seiner Kampfeslust freien Lauf gelassen.
Auch der zweite Hauptdarsteller ist eher als Nebendarsteller anderer Produktionen bekannt. Mit Auftritten in „Sex Tape“, „Hot Tub Time Machine 2“, „Goosebumps” sowie “Central Intelligence” und einigen weiteren Produktionen, machte Kumail Nanjiani sich zwar mittlerweile einen Namen auf dem Filmmarkt, hat es jedoch noch nicht geschafft sich in den Köpfen der Zuschauer festzusetzen. Große Verwechslungsgefahr entsteht vor allem, da er in der deutschen Fassung des hiesigen Films die gleiche Synchronstimme wie Karan Soni erhielt, der in den Deadpoolfilmen den Taxifahrer mimte und somit die gleiche Tätigkeit ausführte, wie Nanjiani. Auch wurde versucht der Humor aus diesem Film zu imitieren, auf dessen Qualität wir später noch zu sprechen kommen werden.

Doch was ist „Stuber“ eigentlich? Das Wort setzt sich aus dem Wort Uber (eine App zur Anmietung privater Taxis, vor allem in Amerika stark vertreten) und Stu zusammen, den Namen des Protagonisten Stu Prasad (Kumail Nanjiani). Als Selbstständiger Uber-Fahrer muss er mit der allgemeinen Unzufriedenheit der Menschen kämpfen, die dafür sorgt stets nie die volle Punktzahl für eine gute Autofahrt zu geben. Sein derzeitiges Ziel ist es endlich einmal von einem Fahrgast die volle Punktzahl für seine Fahrt zu erhalten, doch selbst zufriedene Gäste geben immer wieder nur 4/5 Sternen. Um die Zufriedenheit noch zu steigern, bietet er Snacks, Getränke und Unterhaltung jeglicher Art in seinem Auto an, doch nichts hilft. Eines Tages wird er vom Inspektor Vic Manning gebucht, da dieser selbst nicht mehr in der Lage ist zu fahren aufgrund massiver Augenprobleme. Dieser recht aggressive Charakter von einem Polizisten fährt mit ihm nun durch ganz Los Angeles um einen Drogenmagnaten einzufangen, der für den Tod seiner Partnerin verantwortlich ist. Die Fahrt verläuft deutlich rauer als es Stu lieb wäre. Sind wenigsten die Aussichten auf eine Fünf-Sterne-Bewertungen gegeben?
Der Trailer vermittelte etwas Hoffnung auf eine wirklich angenehme brutale Actionkomödie, die einen Querschnitt zwischen den Guardians of the Galaxy und Deadpool schafft. Dies begründete sich darauf, dass Dave Bautista aus seinen Filmen und seiner Sportkarriere für viel Action und Gewalt bekannt ist. Währenddessen besteht anfangs die Annahme das es sich bei Kumail Nanjiani um den verängstigten und doch gleichzeitig coolen Taxifahrer aus Deadpool handelt, was erst bei genauem Hinsehen und dem Check der Credits wiederlegt werden kann.
Die ersten paar Minuten zeigen genau das, was sich der Zuschauer erwartet hat. Mit viel Blut und fantastischer Action wird man akkurat auf den Film eingestellt.
Doch leider fällt die Qualität schnell deutlich ab. Die Story beginnt nach kurzer Zeit langweilig zu werden, es werden viele Dialoge verwendet und versucht einen angenehmen Wortwitz zu erzeugen, der leider kein bisschen gelungen ist. Dazu kommt, dass in der englischen Originalfassung die Protagonisten recht undeutlich sprechen, was an einer recht schlechten Tonabmischung liegen kann oder aber auch einem sehr unglücklichem Genuschel beider Figuren, bei dem der Pakistani auch noch einen recht starken Akzent mit einfließen lässt.
Selbstverständlich ist die Geschichte extrem vorhersehbar und wenig überraschend, womit die Spannung schon vom ersten Moment aus dem Spiel genommen wurde. Auch eine dramaturgische Entwicklung ist kaum erkennbar. Dafür sind Schießereien und Prügeleien sehr reichlich in den Inhalt gestreut, um alle Actionfans bei Laune zu halten. Dabei geht es auch deutlich blutiger zu als in vielen vergleichbaren Produktionen.
Rein von der Bildgestaltung und Kameraführung erwartet den Zuschauer absolut nichts Besonderes. Musikalisch wurde recht viel stilistisches bei Guardians of the Galaxy geklaut. Leider wird nahezu den gesamten Film über von den Charakteren herumgeschrien und gemeckert, was irgendwann ganz schön auf die Nerven geht.

Wieder einmal ist es nicht leicht den Film zu bewerten, doch angesichts vergleichbarer Filme aus dem aktuellen Jahr wird klar, dass es deutlich besser geht. Die Grundidee gefällt ganz gut, hätte jedoch deutlich besser ausgearbeitet werden müssen. Währenddessen ist auch der Actionanteil wirklich stark, doch sind 1,5 Stunden Action dann doch etwas zu viel. Die vielen „coolen“ und dummen Sprüche kommen einfach nicht an und verlieren sehr schnell an Charme, ganz zu schweigen davon, dass mal wieder die Humorsparte gewählt wurde, die auch deutlich unter die Gürtellinie sinkt. Trotz großer Hoffnungen bin ich ganze zwei Mal eingenickt vor Langerweile und kann daher absolut keine höhere Punktzahl, als sie unten zu finden ist, vergeben.

Humor: 1/10Action: 8/10Erotik: 2/10
Niveau: 1/10Gefühl: 0/10Musik: 5/10
Spannung: 1/10Gewalt: 6/10Idee: 5/10

Gesamtbewertung: 3/10

Viel Spaß im Kino!

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Filmkritik: Stuber – 5 Sterne Undercover: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 3,50 von 5 Punkten, basieren auf 2 abgegebenen Stimmen.

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2 Comments
  1. Martin F. says

    Mein Gott was für eine Rez´. des Films… kann ich nun gar nicht nachvollziehen… mit 5 Personen den Film geschaut – und wir haben uns TOP unterhalten – Klasse Synchronsprecher – der leise und trockene Humor des Inders Stu wird hervorragend sync. von Rick Kavanian – ebenso der Gegnpart von D. Batista – Action – Humor – und das ganze schön umgesetzt – und : DER HUMOR GREIFT !!!! Ich weiss ja nun nicht auf welche Filme , welche Action und welchen Humor DU stehst – aber 3 von 10 Sternen ist schon ziemlich lächerlich….. wahrscheinlich guckst Du gerne Lottozahlen und Tagesschau….

    1. Michel says

      Lieber Martin, das freut uns sehr, dass der Film dir gefallen hat, denn das wichtigste ist und bleibt, das es Menschen gibt die von Filmen begeistert werden. Tatsächlich gucken wir keine Lottozahlen und Tagesschau, aber einfach viele viel viel bessere Filme, unserer Ansicht. Glücklicherweise hat jeder immer noch seinen eigenen Geschmack und unseren hat er leider nicht getroffen. Tatsächlich kann die Rezension mit der Frühe der Vorstellung zusammenhängen, da wir sie schon 10 Uhr morgens sehen durften, wo die Stimmung einfach nicht auf dieses Genre getrimmt ist.
      Wir hoffen deinen Geschmack mit anderen Rezensionen besser zu treffen! Liebe Grüße, Michel

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