Filmkritik: Zombieland 2: Doppelt hält besser (Kinostart: 07.11.19)

Ein Film von Ruben Fleischer

0

Wie hat Dir der Film gefallen?
Filmkritik: Zombieland 2: Doppelt hält besser (Kinostart: 07.11.19): 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 4,00 von 5 Punkten, basieren auf 1 abgegebenen Stimmen.

Loading...

Originaltitel: Zombieland:  Double Tap
Gesehen: 2D, synchronisiert, deutsch, Kino

Unglaublich, aber wahr: es ist bereits zehn Jahre her, dass ZOMBIELAND in die Kinos kam. Als Überraschungshit spielte er mehr als 100 Millionen US-Dollar ein und wurde damit zum erfolgreichsten Zombiefilm seiner Zeit. Berühmt berüchtigt sind daraus wohl die Apokalypsen-Regeln  der Figur Columbus, die den ganzen Film über ihm stets das Leben retten. Auch in ZOMBIELAND 2: DOPPELT HÄLT BESSER nehmen diese wieder einen wichtigen Stellenwert ein. Ebenso Tallahassees Coolness und Wichitas und Little Rocks intelligentem und hinterlistigem Fluchtbedürfnis.

Alte Werte, neuer Stil

Doch gibt es auch viele Änderungen, denn es war den Produzenten und Darstellern von Grund auf wichtig, nicht eine Kopie des ersten Teils zu drehen, sondern eine originelle neue Geschichte, die auf dem ersten Teil aufbaut. Um dies zu realisieren, wurde der zweite Teil bewusst länger verzögert, obwohl dieser bereits kurz nach dem Original erschienen sollte. Die beiden Drehbuchautoren Rhett Reese und Paul Wernick haben 2010 die Arbeit für DEADPOOL aufgenommen und waren daher nicht sofort wieder abkömmlich. Bereitwillig wartete also das Produktionsteam.

Nun ist er endlich da und Woody Harrelson (bekannt aus 2012, DIE TRIBUTE VON PANEM, DIE UNFASSBAREN und parallel in MIDWAY – FÜR DIE FREIHEIT zu sehen), Jesse Eisenberg (THE SOCIAL NETWORK, BATMAN V SUPERMAN: DAWN OF JUSTICE, THE VILLAGE – DAS DORF), Emma Stone (THE FAVOURITE – INTRIGEN UND IRRSINN, LA LA LAND, IRRATIONAL MAN) und Abigail Breslin (THE CALL – LEG NICHT AUF!, SIGNS – ZEICHEN) gehen wieder auf die Jagd…. Oder doch nicht?

Familie auf Umwegen

Nachdem Columbus (Jesse Eisenberg) und Wichita (Emma Stone) frisch verliebt zusammengekommen sind, ist das Quartett mit Tallahassee (Woody Harrelson) und Little Rock (Abigail Breslin) zu einer kleinen apokalyptischen Familie zusammengewachsen. Dennoch kämpft jeder mit seinen eigenen Problemen. Nachdem die Gruppe das Weiße Haus zum neuen Eigenheim erklärt hat, erkennt Little Rock, dass ihr eigentlich etwas ganz anderes fehlt: Ein Partner für eine gemeinsame Zukunft. Also verlässt sie kurzer Hand ihre neue Heimat, doch ihre Schwester folgt ihr auf Schritt und Tritt.
Wichita hat zusätzlich die Motivation zu flüchten, da Columbus ihr kurz vorher einen Heiratsantrag gemacht hat. Dieser und Tallahassee wiederum folgen den beiden Damen, da Columbus seine Traumfrau zurückgewinnen möchte und Tallahassee seine Vaterrolle für Little Rock vermisst. Ein wilder Ritt durchs Land beginnt und hält so einige Überraschungen bereit.

Wow, es geht doch! Warum nicht öfter? – So etwas werden sich wohl so einige nach Verlassen des Saals bei diesem Film denken, denn verdammt noch mal ist dies ein scheiß geiles Werk!
Witz und Spaß par excellence und eine bitterböse, wenn auch seichte, leichte Story sind prägend für ZOMBIELAND 2: DOPPELT HÄLT BESSER. Damit übertrifft dieser mit Leichtigkeit den ersten Teil, der zwar in den Grundzügen gute Ideen zeigte, diese jedoch nicht gänzlich ausspielte.

Ideenreich und witzig

Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg ist auf jeden Fall der Cast. Nicht nur, dass das komplette damalige Team wieder zusammengefunden hat, inklusive Bill Murray, sondern wurde mit Zoey Deutch auch eine neue Figur eingeführt. Madison, so ihr Rollenname, birgt anfangs eine deutliche Gefahr der niveaulosen Verschandelung des Films. Letztlich wurde die Figur jedoch so stark in Szene gesetzt, dass sie richtig aufblühte und den sowieso schon sehr speziellen Charme auf ein schwer schlagbares Level anhebt. Wohldosiert und somit nicht zu stark wird diese extrem dümmliche Art in die Handlung eingestreut.

Gleichzeitig lässt er jedoch auch kein wenig an Brutalität vermissen. Mit dem neu eingeführten „Kill der Woche“ würdigt man stets die heroischen Tötungen von Zombies. Auch werden mit diesem Teil erstmalig die Zombies charakterisiert. So gibt es die etwas dümmlichen „Homers“ (Anlehnung an die Simpsons), die schlauen, aber langsamen Hawkings (Anlehnung an Stephen Hawking), die leisen Ninjas und die schier unbesiegbaren T-800 (Anlehnung an Terminator), auch Bolts genannt (Anlehnung an Usain Bolt). Wie schnell erkennbar ist, werden hier viele humorvolle Querverweise zu anderen Filmen aufgerufen. Doch sind dies noch lange nicht die Letzten.

Ein Film mit vielen Schwächen, aber noch größeren Stärken

Selbstverständlich handelt es sich bei ZOMBIELAND 2: DOPPELT HÄLT BESSER nicht um ein Meisterwerk. Auch dieser Film bietet einige Schwächen in der Handlung Umsetzung, doch wird bei solch einem Werk auch keine überragende Qualität erwartet. Der Unterhaltungswert liegt auf einem solch hohen Level, dass jegliche cineastischen Unsicherheiten mit Leichtigkeit ausgebügelt werden.
Unüblich, aber zum Teil doch aus dem ersten Teil schon bekannt, wird von Zeit zu Zeit der direkte Kontakt zum Zuschauer durch den Protagonisten gesucht. Dieses Gimmick stammt wohl von den Drehbuchautoren, die auch in DEADPOOL schon die Zuschauerinteraktionen aufgegriffen haben.

Dieser Liebe zur humoristischen Aufwartung ist wohl auch dem guten Auge für kleine Details zu schulden. Man muss schon genau hinschauen, um tatsächlich alle Anspielungen, Gags und Ideen wahrnehmen zu können.
Etwas schwach ist die Nebenstory der, im weitesten Sinne, auftretenden Doppelgänger. Zwar sind auch hier gute Ideen verarbeitet, bereichern den Film jedoch nicht wesentlich. Es wirkte eher als irrwitzige Idee, die nur eingeflochten wurde, um etwas Zeit zu schinden und damit die Story zu verlängern. Getreu dem Motto: Kann man machen, muss man aber nicht.

Bill Murrays krönender Abschluss

Mit vielen neuen Ideen wird die Begeisterung stets hochgehalten. Zusätzlich ist die Gag-Dichte sehr hoch und gleicht Mankos in der teilweise hochgradig visuellen Katastrophe locker wieder aus. Sprich: Achtet nicht auf Details und hangelt euch nicht an handwerklichen Oberflächlichkeiten entlang. Rutscht einfach entspannt in euren Sitz und genießt die Flut von Witzen, die euch überrollt.
Die Krönung kommt schließlich ganz zum Schluss, denn es gibt auch noch zwei Abspannszenen, in denen Bill Murray noch seinen Auftritt bekommt und ausgezeichnet das Werk beendet. Abgesehen von seinem Auftritt erhält er aber auch noch seinen eigenen Aphorismus: Gemurrayt werden. Dies heißt soviel wie jemanden ausversehen umbringen, der gar kein Zombie ist.

Mit herausragendem Slapstick-Humor wird somit ZOMBIELAND vertieft und ausgeschmückt und bekommt neue spannende Facetten. Wird es nun noch einen dritten Teil geben? Die Macher jedenfalls sprechen bei einem Erfolg des zweiten Teils von dieser Möglichkeit. Auch im Film gibt es in einem Nebensatz eine Andeutung auf eine Fortsetzung.

Humor: 9/10 Action: 6/10 Erotik: 2/10
Niveau: 1/10 Gefühl: 3/10 Musik: 6/10
Spannung: 1/10 Gewalt: 7/10 Idee: 7/10

 

Gesamtbewertung: 8/10

Viel Spaß im Kino!

Leave A Reply

Your email address will not be published.

vier × eins =